Besuch der KZ-Gedenkstätte der zehnten Klassen

Am 14.09.2017 besuchten die Klassen 10a, b, c, d, e und f am Wandertag die Gedenkstätte in Dachau. Bereits in der neunten Klasse wurde im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Bunkeranlage in der Welfenkaserne in Landsberg besichtigt.

Noch vor dem Eintritt in das Gelände fielen die Reste von Eisenbahnschienen und das eiserne Tor mit der Inschrift „Arbeit macht frei auf“. Diese sollte den ankommenden Menschen eventuell noch Hoffnung machen, dass sie bei fleißiger Pflichterfüllung wieder freikämen. Nach dem Reichstagsbrand und der folgenden „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ wurden 5000 politische Gegner innerhalb von vier Wochen in Bayern inhaftiert. Am 22. März 1933 eröffnete Heinrich Himmler, der damalige Münchner Polizeipräsident, das Schutzhaftlager, das auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik errichtet wurde und eines der größten Ausbildungslager der SS darstellte. Über die Ankunft eines Häftlings erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass er seine Kleidung abgeben musste, dass er einer Desinfektion unterzogen wurde und auch seine Haare geschoren wurden. Anschließend bekam er einen blauweißen Häftlingsanzug und eine Nummer, die seinen Namen ersetzte. Die anfangs 6000 Häftlinge mussten sich später mit 50000 Insassen ihre Baracken teilen, was zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen führte. Krankheiten wie Phregmon, Tuberkulose, Typhus oder Erkältungen und Fieber waren die Folge. Parasiten wie Flöhe und Läuse befielen die Menschen. Beim Verlassen der Baracken wurde als nächste Einrichtung der Appellplatz besichtigt. Die Hauptfunktion bestand im Zählen der Häftlinge, was vor und nach dem Arbeitseinsatz hier stattfand. Normalerweise dauerte das Zählen ungefähr eine Stunde. Waren nicht alle Insassen anwesend, konnte bei jeder Witterung die Zählung länger dauern. Wurde ein Strafappell anberaumt, weiß man von einer 20-stündigen Dauer. Der Bunker, auch Kommandaturarrest, diente zur Inhaftierung von Sonderhäftlingen, die in Einzelzellen untergebracht waren. Normalerweise wurden sie keiner Folter ausgesetzt. Einige Stehzellen, die es nicht mehr zu besichtigen gibt, waren dort, auch Dunkelhaft trieb die Menschen zur Verzweiflung.  Der Weg führte die Schüler weiter zum Krematorium, wo die Leichen verbrannt wurden. Einige Öfen geben noch ein eindrucksvolles Zeugnis von den damaligen Zuständen. Die Asche wurde im umliegenden Gelände verstreut. Die Gaskammer wurde zwar nie in Betrieb genommen, dennoch kann man die fließbandartige Tötung und „Entsorgung“ der Leichen gut nachvollziehen. Im Warteraum vor der Gaskammer lasen die Häftlinge die Aufschrift „Brausebad“, womit die Tötung durch Gas verschleiert wurde. Dazu dienten auch die Duschköpfe als Attrappe. In der Totenkammer wurden die Leichen gestapelt. Bei der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner konnte man 4000 Tote zählen, die in diesem Raum gestapelt wurden. Anschließend gingen die Schülerinnen und Schüler eigenständig ins Museum, um sich die Filme und das Bildmaterial anzusehen. Dies vervollständigte die Eindrücke beim Rundgang durch diese Gedenkstätte, da man sich besser in die Menschen und deren Leid hineinversetzen konnte. Den Besuchern wurde bewusst, dass sich dies nie wiederholen darf!