Besuch von Frau Notz aus dem Kinderhospiz St. Nikolaus

Erstmals war Frau Notz am 21.02.2020 im Rahmen des evangelischen Religionsunterrichts zu Gast an unserer Schule. Seit 12 Jahren ist sie als Seelsorgerin im Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach tätig, welches im März 2007 eröffnet wurde.

Nach einer kurzen Vorstellung zu ihrer Person gab Frau Notz allgemeine Informationen an die Schülerinnen und Schüler weiter. So erfuhren diese, dass das Hospiz über 8 Plätze verfügt und dass neben den kranken „Gästen“ auch deren Familien (inkl. Geschwister) für max. 28 Tage im Jahr die Möglichkeit haben, sich in Bad Grönenbach eine „Auszeit“ zu nehmen, um v.a. Kraft zu tanken. Im Unterschied zum Erwachsenenhospiz sterben die wenigsten erkrankten Kinder in Bad Grönenbach. Dass es nur in Form von Spenden möglich ist, die gesamte Familie kostenfrei im Kinderhospiz aufzunehmen (es werden nur die Kosten für das erkrankte Kind übernommen), beeindruckte die Religruppe doch sehr. Mittlerweile beläuft sich der Bedarf hier auf 1 Mio. Euro.

Da die Seelsorgerin auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, schilderte sie mithilfe von einigen persönlichen Erlebnissen und anschaulichen Kurzfilmen, dass dank zahlreicher Therapieangebote (z.B. Mal- und Musiktherapie, Hippotherapie und der Umgang mit einem Therapiehund etc.) immer das Kind und nicht dessen Erkrankung im Mittelpunkt steht. Besonders bewundernswert empfanden die Schüler auch die Tatsache, dass Rituale, wie z.B. das Schreiben von Kondolenzkarten bis 5 Jahre nach dem Tod des Kindes an die Familien erfolgen, um ihnen zu zeigen, dass man auch nach Jahren noch für sie da ist.

Abschließend hob Fr. Notz hervor, dass es seit Kurzem das so genannte „Junge Ehrenamt“ in Bad Grönenbach gibt. Junge Ehrenamtliche, die ihre Zeit den erkrankten Kindern schenken mögen, werden im Tandem mit weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern speziell geschult. Hierfür kann man sich ab einem Alter von 18 Jahren ausbilden lassen. Ziel ist es hierbei, den erkrankten Kindern die Möglichkeit zu geben, ihnen Gleichaltrige mit den jeweiligen altersspezifischen Interessen zur Seite zu stellen.

„Das Kinderhospiz ist nicht nur ein Ort, an dem Kinder sterben, sondern auch ein Ort voller Fröhlichkeit und Lachen, voller Gefühle und auch Trauer“. Mit diesen Worten beendete Fr. Notz ihren Vortrag. Auch, wenn es gerade für junge Menschen, die sich mitten im Leben befinden, sicher schwer ist, über das Thema „Tod“ zu reden, so hat es Fr. Notz geschafft, auf sehr sensible und anschauliche Art die Scheu im Umgang mit dieser Thematik zu nehmen. Leben und Tod gehören gleichermaßen zum menschlichen Dasein und je mehr man sich damit befasst, desto „leichter“ kann man mit dem Tod umgehen, so die Seelsorgerin.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Fr. Notz im neuen Schuljahr, wo das Thema „Hospizarbeit“ überkonfessionell angeboten werden wird.

FS Evg. Religionslehre Isabell Thiem