E-Mail an einen Künstler

Die Klasse 6b beschäftigte sich in den letzten Wochen mit verschiedenen Gestalten des Alten Testaments, darunter auch Jona. Dabei schaute sich die Klasse mitunter das Bild „Der Prophet Jona“ von Nicola Sarić an. Herr Sarić ist ein Künstler, der die Akademie der serbisch-orthodoxen Kirche für Kunst und Konservierung von 2006 bis 2014 in Belgrad besuchte und abschloss. Er ist in Serbien geboren und lebt seit 2011 in Hannover. Die Schülerinnen und Schüler deuteten sein Kunstwerk, wollten aber auch mehr dazu wissen.

So wurde daraus ein fächerübergreifendes Projekt. Die Klasse lernte in IT, wie E-Mails aufgebaut und geschrieben werden. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten Fragen, die sie an Herrn Sarić stellen wollten, und formulierten in Gruppen entsprechende Mails. Diese wurden von der Lehrkraft an den Urheber geschickt.

Groß war die Freude, als Herr Sarić der Klasse zurückschrieb und sich viel Zeit für die Beantwortung der Fragen nahm. Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen wir hier seine Mail und sein Bild.

 

Liebe Frau Ulrich,

danke für das Interesse und die Nachricht. Ich werde versuchen kurz und einfach die Antworten zu formulieren und einmal auf die wiederholenden Fragen antworten:

1. Wie sind Sie darauf gekommen?

Ich mag die Geschichte von Jona sehr, es hat mich bewegt und inspiriert, daher habe ich sie gemalt.

2. Wann haben Sie das Bild gemalt/gezeichnet?

Das Bild habe ich 2015 gemalt.

3. Hat das Bild noch eine tiefere Bedeutung?

Das Bild vesucht die bekannteste Deutung der Geschichte Jonas aufzugreifen. Es geht nämlich darum, dass sich Jona für die Mannschaft auf dem Boot selbst geopfert hat und von einem großen Fisch verschlungen wurde. Den Fisch können wir als Metapher für den Tod verstehen. Das heißt, dass die Geschichte von Jona sehr ähnlich wie die Auferstehungsgeschichte von Jesus ist. Jesus hat sich wie Jona für alle Menschen geopfert und ist nach drei Tagen im Grab ins Leben zurückgekommen.

4. Was für eine Bedeutung hat der schiefe Kopf?

Das bedeutet, dass Jona nach oben zu Gott schaut, von dem wir nur die Hand sehen. Es ist aber nicht eine natürliche Kopfdrehung nach oben, es ist auch nicht eine natürliche Darstellung des Körpers. Es kommt sehr oft in der Kunst vor, dass man die Dinge nicht so darstellt wie sie sind, sondern wie man sie selbst sieht, versteht, fühlt und vor allem, wie man sie ausdrücken und vermitteln möchte.

5. Wie lange haben Sie an diesem Kunstwerk gemalt?

Das Bild habe ich in circa zwei Arbeitswochen gemalt.

6. Welchen Fisch haben Sie sich bei dem Bild vorgestellt und wie lange haben Sie am Kunstwerk gearbeitet?

Ich habe mir keinen bestimmten Fisch vorgestellt. Es sollte eher wie ein Monster aussehen. Es sollte groß, bedrohlich und schwarz sein, weil ich eher eine Metapher für den Tod darstellen wollte. Wir gehen davon aus, dass der Autor des Texts eher in Bildern gesprochen hat, was sehr oft im Alten Testament vorkommt, und dass er nicht von einem realen Fisch geschrieben hat, sondern vom Tod. Ich habe circa zwei Arbeitswochen daran gearbeitet.

Herzliche Grüße an alle Schülerinnen und Schüler zurück!

 

Mit freundlichen Grüßen

Nikola Saric

An dieser Stelle ergeht nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Herrn Sarić. Für die Schülerinnen und Schüler war dieser Austausch ein ganz besonderes Erlebnis.

A. Ulrich

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