Gewalt keine Chance geben

Präventionsprojekt „Zammgrauft“ an der Staatlichen Realschule Marktoberdorf

Auch in diesem Jahr wurde mit allen sechsten Klassen das PIT (Prävention im Team) – Projekt durchgeführt, welches nun unter dem Titel „Zammgrauft“ läuft. Vertreter der Polizei, Thomas Schorn, Lehrerin Katharina Mannsbart und Lehrer Julian Riess leisteten gemeinsam Präventionsarbeit. Sie investierten viel Zeit und Mühe, um die Sechstklässler jeweils zwei volle Schultage darüber aufzuklären, wie man Gewalt begegnen kann und diese im Vorfeld gar nicht erst aufkommen lässt oder wie man zur eigenen Meinung steht und eine gute Gemeinschaft wird, in der man sich gegenseitig vertrauen kann sowie Verantwortung übernimmt. „Mir gefiel am besten, dass wir so viele Rollenspiele gemacht haben, so konnte man sich gut in die Situation einfühlen“, meinte Frieda Wehrmann aus der Klasse 6A. Denn durch diverse Rollenspiele und Gesprächsrunden wurde den Schülerinnen und Schülern das Thema eindrucksvoll vermittelt. So galt es, ein Kind auszuschließen, um dann gemeinsam aufzuarbeiten, wie man sich dabei fühlt. Der Klasse 6A blieb vor allem das Spiel „Elefantenhorde“ in Erinnerung. Trotz Zug von außen, hakten sie sich so fest unter, dass ihre Gemeinschaft nicht auseinandergerissen werden konnte. Toleranz und Empathiefähigkeit wurden den beeindruckten Schülerinnen und Schülern dabei vermittelt, aber auch, dass man den anderen vertrauen kann. Des Weiteren galt es, Begriffe in einer Gewaltskala einzuordnen. „Am längsten haben wir über das Robbenschlachten diskutiert, inwiefern es sich dabei um Gewalt handelt“, erzählte Hannah Jashari. Sie merkten, dass jeder eine andere Definition davon hat. Wie wichtig es ist, Zivilcourage zu zeigen, wurde den Schülerinnen und Schülern durch ein Rollenspiel im „Bus“ vermittelt. Sie sollten ein optimales Opfer- und Helferverhalten lernen und Handlungsalternativen kennenlernen. Marie Binder stellte fest: „Ich weiß nun, dass es in einem fast leeren Bus sinnvoller ist, sich weiter nach vorne zu setzen, um nicht angepöbelt werden zu können.“ Die Aufarbeitung und Besprechung nach jedem Rollenspiel waren genauso wichtig wie das Nachdenken über mögliche Reaktionen und Verhaltensweisen. Klara Schalk betonte: „Mir gefiel es, dass alles auf Plakate nochmals zusammengefasst worden ist.“ Denn zum Abschluss bekam jede Klasse die gemeinsam erstellten Plakate, um sie als eine Art „Verfassung“ in ihrem Klassenzimmer aufzuhängen. „Es war ein tolles Projekt, das mir viel gebracht hat“, ergänzte Mona Neth abrundend.

 Antje Bärnthol