Mit der Zeitung ZISCHen wir in die Zukunft

ZISCH–Projekt der Allgäuer Zeitung an der Staatlichen Realschule Marktoberdorf, 9B

Jeder Mensch kennt es. Frühmorgens sitzt man am Frühstückstisch, trinkt einen Kaffee und der Blick fällt in die Tageszeitung, die aufgeschlagen auf dem Tisch liegt.

Jeder? Nein, nicht jeder, aber die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9B der Staatlichen Realschule Marktoberdorf schon. Denn diese bekamen vier Wochen lang die Allgäuer Zeitung kostenlos an die Schule geliefert. Jeden Tag wurde die aktuelle Zeitung ausgeteilt, im Deutschunterricht gelesen und analysiert.

Die Schüler haben ein Geheft mit allem Wissenswerten über die Allgäuer Zeitung, den darin enthaltenen Textsorten und den Weg, den eine Nachricht nimmt, bearbeitet, Plakate über die verschiedenen Ressorts und Rubriken erstellt, einen Kurzfilm über den Druck angeschaut sowie ein Foto für den Wettbewerb gemacht. Dies alles ist Teil des ZISCH-Projektes, was abgekürzt für „Zeitung in der Schule“ steht. Es geht um das Kennenlernen der Zeitung, denn viele junge Menschen können damit heute nichts mehr anfangen.

Um verbleibende Fragen zu klären, wurde Andreas Filke, Redakteur bei der Allgäuer Zeitung Marktoberdorf, eingeladen.

Zu Beginn waren alle noch etwas zurückhaltend, doch nach und nach fielen den Schülerinnen und Schülern immer mehr interessante Fragen ein. So teilte der Redakteur den Schülern mit: „Die Überschriften für einen Artikel benötigen meist mehr Zeit, als der Text an sich.“ Was alle nach dem Anfertigen der eigenen Reportage nur bestätigen konnten. „Und dabei gilt die Reportage als Königdisziplin“, wie Herr Filke der Klasse mitteilte. „Es ist schwierig durchgehend Spannung und Leseanreiz herzustellen.“ Doch er machte ihnen auch Mut, sich ranzutrauen und erzählte von seinem eigenen Werdegang.  Erstaunt waren die Schüler vor allem darüber, dass es gar nicht unbedingt nötig sei, ein Journalismus-Studium zu absolvieren, sondern dass irgendein Studium reiche. Denn ein Studium an sich helfe, die wichtigsten Dinge aus einem Vortrag herauszufiltern und nur Nötiges aufzuschreiben. Die Klasse erfuhr weiter, dass Werbung wichtig sei, um den Verkaufspreis zu senken und sich die Redakteure gegenseitig die Artikel Korrektur lesen. Er erklärte, dass sie eng mit der Polizei zusammenarbeiten würden und somit eine zeitnahe Berichterstattung möglich sei. Außerdem betonte er, dass Leserbriefe unverändert gedruckt würden. Auf die lapidare Frage von Markus Euband: „Wie viel verdient denn so ein Redakteur?“, verwies er elegant, sich doch im Internet selbst kundig zu machen. Herr Filke versicherte schlussendlich, dass er selbst auch die Allgäuer Zeitung lese.

Viel zu schnell verging die Zeit, ein letztes Mal konnten die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9B einen Blick in die vor sich aufgeschlagene Zeitung werfen, bevor sich das Zisch-Projekt dem Ende neigte. Abschließend bekamen alle eine Urkunde für die aktive Teilnahme und wer weiß, vielleicht hat es den ein oder anderen motiviert, in Zukunft selbst in die Fußstapfen von Andreas Filke zu treten …

Alina Roth, Hannah Epp, Katharina Löwenmuth, Marcel Jahn - Klasse 9B der Realschule Marktoberdorf mit Lehrerin Antje Bärnthol